DUMMY – Der Podcast

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ES DÄMMERTE SCHON, als zwei Dutzend Menschen das Lager mitten im Regenwald erreichten, schwer beladen mit Rucksäcken, Zelten und Umhängetaschen, die Schuhe vom Schlamm bedeckt. Auf der Lichtung, die sich plötzlich im dichten Regenwald öffnete, lagen bereits mehrere Männer in Hängematten, unter einer großen Plane war eine Art Küche mit einem Holztisch, offenen Feuerstellen und einigen geschwärzten Töpfen zu erkennen.

Die Gruppe bestand aus Flüchtenden aus Pakistan und Kamerun, die bereits eine weite Reise hinter sich hatten – aber das schwerste Stück kam noch. Die Männer aus Pakistan ruhten sich aus, während die Afrikaner am nahen Fluss den Dreck der vergangenen Tage abwuschen. Unter ihnen Sandra, eine 23-Jährige mit lockigem Haar, aus dem blonde Strähnen herauswuchsen. Erschöpft legte sie ihren Rucksack ab, setzte sich auf einen Baumstamm und umklammerte ihr Knie, das sie sich verdreht hatte. Wie ihre Freundin Benita, die sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an einen Baum lehnte und niemand Bestimmten fragte: „Wie viele Tage noch?“

Die Gruppe bestand aus Flüchtenden aus Pakistan und Kamerun, die bereits eine weite Reise hinter sich hatten – aber das schwerste Stück kam noch. Die Männer aus Pakistan ruhten sich aus, während die Afrikaner am nahen Fluss den Dreck der vergangenen Tage abwuschen. Unter ihnen Sandra, eine 23-Jährige mit lockigem Haar, aus dem blonde Strähnen herauswuchsen. Erschöpft legte sie ihren Rucksack ab, setzte sich auf einen Baumstamm und umklammerte ihr Knie, das sie sich verdreht hatte. Wie ihre Freundin Benita, die sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an einen Baum lehnte und niemand Bestimmten fragte: Der Darién Gap ist das fehlende Stück in der Straßenverbindung zwischen Nord- und Südamerika, der Panamericana. Hier ist das Netz von Schnellstraßen, das von Alaska bis nach Feuerland reicht, unterbrochen – durch neunzig Kilometer bergigen Urwald zwischen Kolumbien und Panama, die sich nur zu Fuß bewältigen lassen. Lediglich ein paar indigene Völker leben an diesem unwirtlichen Ort, der ein Korridor für Drogenkuriere ist und die Heimat von Jaguaren und Giftschlangen. Doch nichts hält jedes Jahr Tausende von Migranten aus Afrika, Südasien oder dem Nahen Osten davon ab, den Darién Gap zu durchqueren – in der Hoffnung auf ein besseres Leben in den USA.

Die Gruppe bestand aus Flüchtenden aus Pakistan und Kamerun, die bereits eine weite Reise hinter sich hatten – aber das schwerste Stück kam noch. Die Männer aus Pakistan ruhten sich aus, während die Afrikaner am nahen Fluss den Dreck der vergangenen Tage abwuschen. Unter ihnen Sandra, eine 23-Jährige mit lockigem Haar, aus dem blonde Strähnen herauswuchsen. Erschöpft legte sie ihren Rucksack ab, setzte sich auf einen Baumstamm und umklammerte ihr Knie, das sie sich verdreht hatte. Wie ihre Freundin Benita, die sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an einen Baum lehnte und niemand Bestimmten fragte: Die bunt zusammengewürfelte Gruppe aus Kamerunern und Pakistanern hatte bereits 25 Kilometer hinter sich, teils über steile Dschungelpfade, teils durch unwegsames Dickicht. Hier im Lager sollten sie die Schlepper treffen, die sie weiter in den Dschungel führen würden – bis zur panamaischen Grenze. Es war ein ausgeklügeltes System, das die Migranten kaum durchschauten. Viele wussten nicht mal, wie lange die Reise dauern würde.

Die Gruppe bestand aus Flüchtenden aus Pakistan und Kamerun, die bereits eine weite Reise hinter sich hatten – aber das schwerste Stück kam noch. Die Männer aus Pakistan ruhten sich aus, während die Afrikaner am nahen Fluss den Dreck der vergangenen Tage abwuschen. Unter ihnen Sandra, eine 23-Jährige mit lockigem Haar, aus dem blonde Strähnen herauswuchsen. Erschöpft legte sie ihren Rucksack ab, setzte sich auf einen Baumstamm und umklammerte ihr Knie, das sie sich verdreht hatte. Wie ihre Freundin Benita, die sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an einen Baum lehnte und niemand Bestimmten fragte: Die Kameruner hatten schon nach zwei Tagen kaum noch Proviant und drängten sich um Reis und Hühnchen, zubereitet von einem der Schlepper und inmitten des Regenwaldes ein unfassbarer Luxus. Ein Kameruner zog einen Hundert-Dollar-Schein hervor und zahlte für Sandra und Benita mit. Sie nannten ihn „Pastor“, weil er so oft die Bibel zitierte. Bevor er Kamerun verlassen musste, habe Gott ihm offenbart, dass die Reise nicht leicht würde und er die anderen schützen müsse, erzählte er. Sie würden bewaffneten Räubern begegnen, sie würden Leichen sehen, aber sie sollten sich vor alldem nicht fürchten.

Die Gruppe bestand aus Flüchtenden aus Pakistan und Kamerun, die bereits eine weite Reise hinter sich hatten – aber das schwerste Stück kam noch. Die Männer aus Pakistan ruhten sich aus, während die Afrikaner am nahen Fluss den Dreck der vergangenen Tage abwuschen. Unter ihnen Sandra, eine 23-Jährige mit lockigem Haar, aus dem blonde Strähnen herauswuchsen. Erschöpft legte sie ihren Rucksack ab, setzte sich auf einen Baumstamm und umklammerte ihr Knie, das sie sich verdreht hatte. Wie ihre Freundin Benita, die sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an einen Baum lehnte und niemand Bestimmten fragte: Pastor war auf der Reise zu einem der Anführer der Gruppe geworden, bei dem die anderen Rat suchten. „Wann können wir wirklich ausruhen?“, fragte ihn Sandra, doch weder Pastor noch die anderen hatten eine Antwort. Auch die Schmerzmittel, um die Sandra für sich und Benita bat, gab es nicht. Stunden später, als alle schliefen, sah man in einem schwach erleuchteten Zelt die Silhouette eines Mannes. Es war Pastor, kniend im Gebet.

Die Gruppe bestand aus Flüchtenden aus Pakistan und Kamerun, die bereits eine weite Reise hinter sich hatten – aber das schwerste Stück kam noch. Die Männer aus Pakistan ruhten sich aus, während die Afrikaner am nahen Fluss den Dreck der vergangenen Tage abwuschen. Unter ihnen Sandra, eine 23-Jährige mit lockigem Haar, aus dem blonde Strähnen herauswuchsen. Erschöpft legte sie ihren Rucksack ab, setzte sich auf einen Baumstamm und umklammerte ihr Knie, das sie sich verdreht hatte. Wie ihre Freundin Benita, die sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an einen Baum lehnte und niemand Bestimmten fragte: Spanische Kolonisatoren, geschäftstüchtige Ingenieure, wagemutige Abenteurer, am Darién sind schon viele Menschen gescheitert. Als die Schotten hier im 17. Jahrhundert eine Kolonie errichten wollten, gingen sie dabei fast bankrott. 1854 verirrte sich eine Gruppe von Ingenieuren der US-Marine auf der Suche nach einer möglichen Kanalroute zwischen Atlantik und Pazifik im Dschungel, sieben von ihnen verhungerten. Ab den 1990er-Jahren nutzten marxistische Farc-Guerillas aus Kolumbien und ihre schlimmsten Gegner, die rechtsgerichteten Paramilitärs, den Darién als Versteck.

Die Gruppe bestand aus Flüchtenden aus Pakistan und Kamerun, die bereits eine weite Reise hinter sich hatten – aber das schwerste Stück kam noch. Die Männer aus Pakistan ruhten sich aus, während die Afrikaner am nahen Fluss den Dreck der vergangenen Tage abwuschen. Unter ihnen Sandra, eine 23-Jährige mit lockigem Haar, aus dem blonde Strähnen herauswuchsen. Erschöpft legte sie ihren Rucksack ab, setzte sich auf einen Baumstamm und umklammerte ihr Knie, das sie sich verdreht hatte. Wie ihre Freundin Benita, die sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an einen Baum lehnte und niemand Bestimmten fragte: Da die Gegend an der Grenze liegt, war sie schon immer eine wichtige Route für den Waffen- und Drogenschmuggel, ein ideales Operationsgebiet für bewaffnete Gruppen, die jeden bestrafen, der sich ohne Erlaubnis in den Dschungel wagt. Missionare, Orchideenjäger, Rucksacktouristen – alle wurden Opfer von Entführungen. Wer letztlich in den Darién hineindarf und wer nicht, bestimmen Drogenbanden. Die Migranten werden so lange toleriert, wie die Banden an deren Schicksal mitverdienen und niemand ihre Drogengeschäfte stört. Schlepper, die sich nicht daran halten, verschwinden schon mal.

Die Gruppe bestand aus Flüchtenden aus Pakistan und Kamerun, die bereits eine weite Reise hinter sich hatten – aber das schwerste Stück kam noch. Die Männer aus Pakistan ruhten sich aus, während die Afrikaner am nahen Fluss den Dreck der vergangenen Tage abwuschen. Unter ihnen Sandra, eine 23-Jährige mit lockigem Haar, aus dem blonde Strähnen herauswuchsen. Erschöpft legte sie ihren Rucksack ab, setzte sich auf einen Baumstamm und umklammerte ihr Knie, das sie sich verdreht hatte. Wie ihre Freundin Benita, die sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an einen Baum lehnte und niemand Bestimmten fragte: Von alldem ahnten die Kameruner und Pakistaner nichts, als sie ihre Heimatländer verließen und auf dem Weg in die USA zunächst in Südamerika ankamen. Sie wussten nur, dass sie Panama durchqueren mussten, um nach Nordamerika zu kommen – und dass der einzige Landweg dorthin über den Darién führt. Vielleicht hätten sie angesichts der Geschichten von Gewalt und Terror Angst bekommen, vielleicht hätten sie die Geschichten aber auch kaltgelassen, denn Gewalt und Terror kennen alle aus der Heimat.

Die Gruppe bestand aus Flüchtenden aus Pakistan und Kamerun, die bereits eine weite Reise hinter sich hatten – aber das schwerste Stück kam noch. Die Männer aus Pakistan ruhten sich aus, während die Afrikaner am nahen Fluss den Dreck der vergangenen Tage abwuschen. Unter ihnen Sandra, eine 23-Jährige mit lockigem Haar, aus dem blonde Strähnen herauswuchsen. Erschöpft legte sie ihren Rucksack ab, setzte sich auf einen Baumstamm und umklammerte ihr Knie, das sie sich verdreht hatte. Wie ihre Freundin Benita, die sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an einen Baum lehnte und niemand Bestimmten fragte: Fast jeder in der Gruppe hatte die staatliche Gewalt selbst erlebt. Bei Sandra war das Militär während des Abendessens in das Haus der Familie eingedrungen, hatte ihren Bruder mitgenommen und erschossen. Als die Soldaten das Haus in Brand steckten, floh sie in den Busch, doch die Soldaten fanden und vergewaltigten sie. Auch der Bruder ihrer Freundin Benita wurde getötet. Sie war im Nebenzimmer, als sie den Schuss hörte. „Ich habe versucht, seinen Kopf wieder zusammenzufügen“, erzählt sie, „vergeblich.“

Die Gruppe bestand aus Flüchtenden aus Pakistan und Kamerun, die bereits eine weite Reise hinter sich hatten – aber das schwerste Stück kam noch. Die Männer aus Pakistan ruhten sich aus, während die Afrikaner am nahen Fluss den Dreck der vergangenen Tage abwuschen. Unter ihnen Sandra, eine 23-Jährige mit lockigem Haar, aus dem blonde Strähnen herauswuchsen. Erschöpft legte sie ihren Rucksack ab, setzte sich auf einen Baumstamm und umklammerte ihr Knie, das sie sich verdreht hatte. Wie ihre Freundin Benita, die sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an einen Baum lehnte und niemand Bestimmten fragte: Seit die USA und die EU verstärkt versuchen, die Fluchtrouten zu schließen, ist es für Menschen, die vor Armut, Krieg und Terror fliehen, schwieriger geworden, ins sichere Ausland zu kommen. Viele machen sich auf den gefährlichen Weg über das Mittelmeer, andere entscheiden sich für die weniger bekannte, aber kaum weniger riskante Route durch Mittelamerika. Allerdings gibt es selten Bilder von Migranten, die beim Versuch, den Darién zu durchqueren, sterben. Wohl auch deshalb hat sich die Zahl der Flüchtenden, die diesen Weg wählen, von 2017 bis 2019 verdreifacht – auf 24.000 Menschen.

Die Gruppe bestand aus Flüchtenden aus Pakistan und Kamerun, die bereits eine weite Reise hinter sich hatten – aber das schwerste Stück kam noch. Die Männer aus Pakistan ruhten sich aus, während die Afrikaner am nahen Fluss den Dreck der vergangenen Tage abwuschen. Unter ihnen Sandra, eine 23-Jährige mit lockigem Haar, aus dem blonde Strähnen herauswuchsen. Erschöpft legte sie ihren Rucksack ab, setzte sich auf einen Baumstamm und umklammerte ihr Knie, das sie sich verdreht hatte. Wie ihre Freundin Benita, die sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an einen Baum lehnte und niemand Bestimmten fragte: Meist führt die Flucht zunächst über südamerikanische Länder wie Ecuador und Brasilien, die relativ laxe Einreise-bestimmungen haben. Auch Benita war nach Ecuador geflogen, bei einem Zwischenstopp in Istanbul hatte sie sich den anderen Kamerunern angeschlossen, die ihr von dem Weg erzählten, der direkt in die USA führe. „Und wir können einfach dorthin laufen?“, hatte sie gefragt, und alle hatten genickt.

Doch ganz so einfach war es nicht: Von Ecuador aus kam die Gruppe zunächst mit dem Boot nach Kolumbien. In dem Küstenort, wo sie von Bord gingen, hat man sich längst auf die neue Klientel eingestellt. „Amigo, amigo. Panamá, Panamá“, rufen die Mitarbeiter der Schlepper den Ankommenden zu. Entlang der Strandpromenade reihen sich Restaurants aneinander, laute Musik dröhnt aus Lautsprechern. In den Läden gibt es Flip-Flops und Tauchermasken für den Strandurlaub – und Macheten und Zelte für den Marsch durch den Urwald. Nicht alle Flüchtenden, die ankommen, wissen, dass sie zu Fuß nach Panama gehen müssen, dass weder ein Bus noch ein Boot auf sie wartet. Viele ziehen sogar einen Rollkoffer oder schleppen schwere Seesäcke, die sie niemals neunzig Kilometer weit tragen können. Manche kommen in Winterjacken, andere in Lederschuhen oder leichten Kleidern. Nur wenige haben zuvor auf YouTube gesehen, wie sich Menschen durch den Schlamm kämpfen, und sich Gummistiefel und Regenponchos gekauft.

Doch ganz so einfach war es nicht: Am Morgen nach ihrer Ankunft auf der Lichtung wurde die Gruppe von sintflutartigen Regenfällen geweckt, die den Boden in eine riesige Pfütze verwandelt hatten. Die Feuchtigkeit, die in Pullover, Unterwäsche und Decken eindrang, war von Anfang an ein Problem. Da sie viele Flüsse durchwaten mussten, waren alle ständig nass. In den Stiefeln stand das Wasser, bei manchen schälte sich die Haut von den Füßen ab.

Doch ganz so einfach war es nicht: Nachdem sich der Regen gelegt hatte, ging die Flucht weiter – in rosa, gelben und blauen Ponchos, was der Gruppe etwas unpassend Fröhliches gab. Neue Schlepper schlossen sich dem Tross an in der Hoffnung, die Taschen der Flüchtenden bald gegen Bezahlung tragen zu dürfen.

Doch ganz so einfach war es nicht: Der Weg aus der Lichtung führte geradewegs einen Berg hinauf, anschließend ging es steil abwärts, dann den nächsten Hang hinauf, danach immer wieder hoch und runter. Durch das Blätterdach der Bäume sah man nur wenig Himmel. Die Pakistaner bildeten meist die Spitze, oft saßen sie schon bei einer Dose Red Bull zusammen, als die anderen zu ihnen aufschlossen. Ganz am Ende humpelte Benita, gestützt von Pastor und einem weiteren Kameruner. Schon für die anderen war das Auf und Ab beschwerlich, für Benita, die ihr Knie kaum noch beugen konnte, war es die Hölle. Pastor schob sie die steilen Abschnitte hinauf, während sie vor Schmerzen weinte. Die Abstiege waren noch schwieriger. Viele aus der Gruppe verloren im Morast das Gleichgewicht und griffen vergebens nach einem Ast oder einer Liane. Wenn sie abends einen Ort für die Nacht fanden, dauerte es nicht lang, bis sie erschöpft einschliefen.

Doch ganz so einfach war es nicht: An einem der folgenden Tage kamen sie zu einem Platz, der mit Knochen und Stoffresten bedeckt war. Man konnte ein menschliches Skelett erkennen, an dem Fleischreste und bunte Fetzen hingen. Irgendwann, später am Tag, hörten sie plötzlich Geräusche im Unterholz. Ein Trupp von jungen Männern, alle in Gummistiefeln und schwer beladen mit Paketen, bahnte sich behände und schnell den Weg durch die Wildnis. Es waren Drogenkuriere, die Kokain transportierten und die Gruppe kaum beachteten.

Doch ganz so einfach war es nicht: Einen Tag später erreichten sie einen Fluss. Für die Schlepper war das das Ende der Strecke. Die Gefahr, von der panamaischen Grenzpolizei erwischt zu werden, wurde zu groß, ihnen allen drohte jahrelange Haft wegen Menschenschmuggels. Die Gruppe solle einfach dem Fluss folgen, dann seien sie bald am Ziel. Erst viel später merkten die Kameruner, dass einige der Schlepper ihre Taschen durchwühlt und vieles gestohlen hatten. Benitas Pass war weg, auch Pastors Beutel mit seinem Ausweis. Nur die Bibel, in die er sein Geld geklebt hatte, war noch da.

Doch ganz so einfach war es nicht: Auf dem weiteren Weg verfielen sie in Monotonie, manche kämpften mit ihren Dämonen. So wenig wie Sandra konnte auch Benita vergessen, was sie in Kamerun erlebt hatte. „Ich habe so viel Schmerz durchlebt“, sagte sie, „dass ich es nicht mehr ertragen kann.“ Die Bilder ihres getöteten Bruders, die sie ständig vor sich sah, waren für sie „das Problem in meinem Kopf“. Manchmal traf sie der Gedanke, nichts vom Schicksal ihrer Familie zu wissen, mit solcher Wucht, dass sie plötzlich anfing zu schreien. „Ich werde in den Fluss gehen“, sagte sie zu Pastor, der ihr entgegnete, dass sie ihre Familie dann nie wiedersehen würde.

Ohne die Schlepper war die Gruppe nun ständig in Gefahr, sich zu verirren. Wie in jedem Dschungel kann man auch durch den Darién tagelang laufen und schließlich wieder dort landen, von wo man aufgebrochen ist. Als die einzigen Wegweiser erwiesen sich die Sachen, die andere Flüchtende absichtlich zurückgelassen hatten, um ihren Nachfolgern zu helfen: Stoffstücke an Ästen, mal ein Rucksack, Schuhe, leere Sardinenbüchsen. Nach und nach wurden die Gegenstände größer: Biwaks, die an Büschen lagen, Zeltstangen, die zwischen Steinen klemmten – offenbar hinterlassen von Menschen, die dachten, sie seien kurz vor dem Ziel.

Ohne die Schlepper war die Gruppe nun ständig in Gefahr, sich zu verirren. Wie in jedem Dschungel kann man auch durch den Darién tagelang laufen und schließlich wieder dort landen, von wo man aufgebrochen ist. Als die einzigen Wegweiser erwiesen sich die Sachen, die andere Flüchtende absichtlich zurückgelassen hatten, um ihren Nachfolgern zu helfen: Nach jeder längeren Pause wurde es schwerer, sich wieder aufzuraffen. Schließlich kamen sie auf eine kleine Lichtung, die bereits als Zeltlager genutzt worden war. Ein Platz, der so hoch über dem Fluss lag, dass sie bei einer Sturzflut sicher wären. Denn die Schlepper hatten erzählt, dass sie nach einem heftigen Regenguss manchmal bis zu einem Dutzend Leichen finden würden – vom Fluss abgetrieben, viele noch in ihren Zelten gefangen.

Ohne die Schlepper war die Gruppe nun ständig in Gefahr, sich zu verirren. Wie in jedem Dschungel kann man auch durch den Darién tagelang laufen und schließlich wieder dort landen, von wo man aufgebrochen ist. Als die einzigen Wegweiser erwiesen sich die Sachen, die andere Flüchtende absichtlich zurückgelassen hatten, um ihren Nachfolgern zu helfen: Die Gruppe diskutierte, ob sie die Nacht hier verbringen sollte. Die Pakistaner waren dafür, auch ein Kameruner namens George, der stark humpelte und kaum noch gehen konnte. Er war groß und muskulös, aber jetzt sah man in seinen großen Augen nur die Angst vorm Zurückbleiben. Tatsächlich war die Mehrheit dafür, noch einige Kilometer hinter sich zu bringen, bevor es dunkel würde. Nur Mohammed, einer der Pakistaner, blieb bei George.

Ohne die Schlepper war die Gruppe nun ständig in Gefahr, sich zu verirren. Wie in jedem Dschungel kann man auch durch den Darién tagelang laufen und schließlich wieder dort landen, von wo man aufgebrochen ist. Als die einzigen Wegweiser erwiesen sich die Sachen, die andere Flüchtende absichtlich zurückgelassen hatten, um ihren Nachfolgern zu helfen: Am nächsten Tag wurde die Situation für George noch schlimmer. Bei dem Versuch, auf einem Bein hüpfend weiterzukommen, war er ausgerutscht und hatte sich die Schulter ausgekugelt. Mittlerweile hatte eine andere Gruppe Kameruner ihn und Mohammed eingeholt. Als George merkte, dass auch sie ihn zurücklassen würden, überhäufte er sie mit Fragen. „Wo soll ich nachts schlafen? Wie werde ich das machen?“ Niemand antwortete.

Ohne die Schlepper war die Gruppe nun ständig in Gefahr, sich zu verirren. Wie in jedem Dschungel kann man auch durch den Darién tagelang laufen und schließlich wieder dort landen, von wo man aufgebrochen ist. Als die einzigen Wegweiser erwiesen sich die Sachen, die andere Flüchtende absichtlich zurückgelassen hatten, um ihren Nachfolgern zu helfen: Schließlich schnitzten sie ihm einen Spazierstock mit einem hohlen Schaft, um darin sein Geld zu verstecken. Man zerschnitt ein T-Shirt, wickelte es um seine Schulter, packte ihm Proviant in die Tasche und zog weiter. Verzweifelt stand George auf und versuchte humpelnd zu folgen, doch bald darauf konnte er nur noch kriechen.

Ohne die Schlepper war die Gruppe nun ständig in Gefahr, sich zu verirren. Wie in jedem Dschungel kann man auch durch den Darién tagelang laufen und schließlich wieder dort landen, von wo man aufgebrochen ist. Als die einzigen Wegweiser erwiesen sich die Sachen, die andere Flüchtende absichtlich zurückgelassen hatten, um ihren Nachfolgern zu helfen: Es dauerte Stunden, bis Mohammed seine Gruppe eingeholt hatte. Unter Tränen erzählte er, dass George nicht laufen konnte und dass er bezweifelte, dass er es allein schaffen würde. Die Gruppe brauchte nicht einmal zu diskutieren, was sie tun sollte. George war einen Tag im Rückstand, und ihnen allen ging das Essen aus. Sie mussten weitergehen. Pastor sagte, dass sie beten und um Vergebung dafür bitten müssten, dass sie George im Stich gelassen hatten. „Weil das, was wir getan haben, schlecht war.“

Ohne die Schlepper war die Gruppe nun ständig in Gefahr, sich zu verirren. Wie in jedem Dschungel kann man auch durch den Darién tagelang laufen und schließlich wieder dort landen, von wo man aufgebrochen ist. Als die einzigen Wegweiser erwiesen sich die Sachen, die andere Flüchtende absichtlich zurückgelassen hatten, um ihren Nachfolgern zu helfen: Am nächsten Morgen wachte Pastor mit einer Offenbarung auf. Es sei ihr letzter Tag zu Fuß, erklärte er der Gruppe. Und tatsächlich veränderte sich die Landschaft merklich. Es wurde lichter, der Fluss floss mit zwei anderen zusammen und hatte plötzlich an den Ufern Kiesstrände. Als sie zurückblickten, konnten sie die Berge sehen, die sie überquert hatten. Ein Glücksgefühl verband die Gruppe.

Ohne die Schlepper war die Gruppe nun ständig in Gefahr, sich zu verirren. Wie in jedem Dschungel kann man auch durch den Darién tagelang laufen und schließlich wieder dort landen, von wo man aufgebrochen ist. Als die einzigen Wegweiser erwiesen sich die Sachen, die andere Flüchtende absichtlich zurückgelassen hatten, um ihren Nachfolgern zu helfen: Jäh zerstört wurde die Euphorie durch neue Leichenteile, die sie fanden. Erst war es ein verwesender Körper auf einem Felsen, dann lag ein Schädel am Ufer. Etwas abseits vom Weg entdeckten sie ein neu wirkendes Zelt, doch als sie es öffneten, lagen auch darin drei Tote. Der Anblick der Leichen ließ Benita aufschreien, sie sackte zusammen. War das, was sie hier sahen, ihr eigenes Schicksal?

Ohne die Schlepper war die Gruppe nun ständig in Gefahr, sich zu verirren. Wie in jedem Dschungel kann man auch durch den Darién tagelang laufen und schließlich wieder dort landen, von wo man aufgebrochen ist. Als die einzigen Wegweiser erwiesen sich die Sachen, die andere Flüchtende absichtlich zurückgelassen hatten, um ihren Nachfolgern zu helfen: Für die anderen war der Anblick der Toten ein Grund mehr, sich wieder aufzuraffen. „Sofort hatte ich wieder Kraft“, sagte Wajid, einer der Pakistaner. Tatsächlich liefen sie so zügig wie möglich weiter, selbst als es dunkel wurde.

Ohne die Schlepper war die Gruppe nun ständig in Gefahr, sich zu verirren. Wie in jedem Dschungel kann man auch durch den Darién tagelang laufen und schließlich wieder dort landen, von wo man aufgebrochen ist. Als die einzigen Wegweiser erwiesen sich die Sachen, die andere Flüchtende absichtlich zurückgelassen hatten, um ihren Nachfolgern zu helfen: Dass das Ziel nicht mehr weit war, merkten sie, als sie auf einige Reiter stießen, die ihnen anboten, sie gegen Bezahlung in ein indigenes Dorf namens Bajo Chiquito zu bringen. Benita wurde auf ein Pferd gesetzt, und die Gruppe folgte in der Dunkelheit einem schlammigen Pfad, bis sich die Männer wieder verabschiedeten, aus Angst, von Grenzpolizisten verhaftet zu werden. Sie versicherten ihnen, dass sie nur eine halbe Stunde vom nächsten Dorf entfernt seien.

Ohne die Schlepper war die Gruppe nun ständig in Gefahr, sich zu verirren. Wie in jedem Dschungel kann man auch durch den Darién tagelang laufen und schließlich wieder dort landen, von wo man aufgebrochen ist. Als die einzigen Wegweiser erwiesen sich die Sachen, die andere Flüchtende absichtlich zurückgelassen hatten, um ihren Nachfolgern zu helfen: Und dann konnten sie in der Ferne, auf der anderen Seite des Flusses, tatsächlich Lichter sehen. „Euuushh, Gott!“, rief Sandra und zog sich vor lauter Glück die Stiefel aus, um den Fluss ein letztes Mal barfuß zu durchqueren. Plötzlich wurde auch das typische Geräusch der Dschungelnächte, das Zirpen der Grillen und die unablässigen Rufe der Vögel, leiser. Aus dem Dorf drang das Bellen der Hunde und das Brummen der Generatoren zu ihnen herüber. Sie hatten es geschafft – nach fünf unglaublich schweren Tagen.

Ohne die Schlepper war die Gruppe nun ständig in Gefahr, sich zu verirren. Wie in jedem Dschungel kann man auch durch den Darién tagelang laufen und schließlich wieder dort landen, von wo man aufgebrochen ist. Als die einzigen Wegweiser erwiesen sich die Sachen, die andere Flüchtende absichtlich zurückgelassen hatten, um ihren Nachfolgern zu helfen: Bajo Chiquito ist eine kleine Siedlung hinter der Grenze zu Panama. Die Einwohner sind es gewohnt, dass plötzlich Afrikaner oder Araber aus dem Urwald auftauchen, meist dehydriert, hungrig, aber auch froh, es geschafft zu haben.

Sowohl die Kameruner als auch die Pakistaner blieben nur wenige Tage dort, dann brachte man sie mit motorisierten Kanus nach La Peñita, einem kleinen Ort, wo man ihre Personalien erfasste. Die USA haben die dortigen Behörden mit Computern ausgestattet, um Daten für das biometrische Registrierungssystem der Vereinigten Staaten zu erfassen: Fingerabdrücke natürlich, aber auch Scans der Iris.

Sowohl die Kameruner als auch die Pakistaner blieben nur wenige Tage dort, dann brachte man sie mit motorisierten Kanus nach La Peñita, einem kleinen Ort, wo man ihre Personalien erfasste. Die USA haben die dortigen Behörden mit Computern ausgestattet, um Daten für das biometrische Registrierungssystem der Vereinigten Staaten zu erfassen: Für die meisten Migranten dauert die Prüfung ein bis zwei Wochen, dann bringt sie ein Bus an die Grenze nach Costa Rica, dem nächsten Land auf der Fluchtroute. Bei Migranten aus Ländern, die in den USA als Terrorstaaten gelten, kann das Warten allerdings Monate dauern. So dämmerte den Pakistanern allmählich, dass es für sie so bald nicht weitergehen würde. „Aber was hat das pakistanische Volk verbrochen?“, fragte Hussain. „Ich bin kein Taliban.“

Sowohl die Kameruner als auch die Pakistaner blieben nur wenige Tage dort, dann brachte man sie mit motorisierten Kanus nach La Peñita, einem kleinen Ort, wo man ihre Personalien erfasste. Die USA haben die dortigen Behörden mit Computern ausgestattet, um Daten für das biometrische Registrierungssystem der Vereinigten Staaten zu erfassen: Wie viel Glück sie dennoch alle hatten, wurde ihnen klar, als sie sich mit den anderen Geflüchteten im Ort austauschten. Da war ein angolanisches Pärchen, das beim Durchqueren des Flusses seine neunjährige Tochter verloren hatte. Oder die zehn Männer aus Bangladesch, die viermal ausgeraubt worden waren; ohne Zelte und Lebensmittel hatten sie drei Tage im Dschungel überdauert, bevor sie sich einer anderen Gruppe anschlossen. Auch eine Haitianerin und ihr Freund waren bestohlen worden, die Kriminellen hatten in ihrer Vagina nach Geld gesucht. Ein anderer Haitianer war wiederum vor den Augen seiner Freunde ermordet worden.

Sowohl die Kameruner als auch die Pakistaner blieben nur wenige Tage dort, dann brachte man sie mit motorisierten Kanus nach La Peñita, einem kleinen Ort, wo man ihre Personalien erfasste. Die USA haben die dortigen Behörden mit Computern ausgestattet, um Daten für das biometrische Registrierungssystem der Vereinigten Staaten zu erfassen: Eine der wenigen guten Nachrichten war die von George. In Bajo Chiquito hatten Kameruner Geld zusammengelegt, um ein paar Reiter anzuheuern, die ihn suchen sollten. Tatsächlich hatten sie ihn gefunden, nach zwei Wochen im Dschungel erholte er sich nun in Bajo Chiquito.

Sowohl die Kameruner als auch die Pakistaner blieben nur wenige Tage dort, dann brachte man sie mit motorisierten Kanus nach La Peñita, einem kleinen Ort, wo man ihre Personalien erfasste. Die USA haben die dortigen Behörden mit Computern ausgestattet, um Daten für das biometrische Registrierungssystem der Vereinigten Staaten zu erfassen: Eine Woche nach ihrer Ankunft in La Peñita bekamen Sandra und Benita und einige andere aus der Gruppe endlich die Nachricht, dass sie den nächsten Bus bis zur costa-ricanischen Grenze nehmen würden. Die Pakistaner verabschiedeten sich von ihnen. In ihrem letzten Gespräch fragten sie sich, wie wohl ein kamerunisch-pakistanisches Baby aussehen würde. Würde es schwarz oder weiß sein? „Schwarz! Schwarz ist schön!“, rief Sandra, dann stieg sie mit Benita in den Bus, um ihre Reise fortzusetzen.

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Die Lieblingsgeschichte der DUMMY-Redaktion: aus jeder Ausgabe eine Kurzreportage für die Ohren. || DUMMY ist ein unabhängiges Gesellschaftsmagazin, alle drei Monate anders: neues Thema, neues Design.

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